Exkursion des Kunstkurses Q1 zum Begas Haus nach Heinsberg
Am 4.2.2026 besuchte der Kunstkurs der Q1 mit Frau Bruns-Teckenberg das Begas Haus, das Museum für Kunst und Regionalgeschichte, in Heinsberg. Es erhielt seinen Namen nach der über vier Generationen wirkenden Künstlerfamilie Begas, deren Stammvater Carl Joseph Begas 1794 in Heinsberg geboren wurde.
Der Kunstkurs der Q1 hatte sich im 1. Halbjahr im Rahmen der Auseinandersetzung mit Pieter Bruegel d. Ä. mit dem Thema „Porträts“ befasst und machte im Begas Haus eine Führung zum Thema „Porträtmalerei“. Frau Dr. Tichelmanns, die früher selbst Schülerin am Gymnasium Hückelhoven war, verdeutlichte den Schülerinnen und Schülern die Konzeption des Museums und zeigte ihnen anhand ausgewählter Porträts den Stellenwert dieser Kunstgattung im Schaffen der Familie Begas.
Im Familienzimmer der Familie Begas lernten die Schüler zunächst die Familienmitglieder der Künstlerdynastie kennen. Der Stammvater, Carl Joseph Begas d. Ä., lehrte zunächst in Berlin als Professor der Akademie und wirkte später als königlich-preußischer Hofmaler. Auch seine vier Söhne wurden später erfolgreiche Maler und Bildhauer.
Beim Betrachten der Bilder im Familienzimmer lernten die Schüler einiges über die Lebensumstände Carl Josef Begas und die Entwicklung seiner Fähigkeiten im Bereich der Porträtmalerei. Sie erfuhren auch, was es bedeutet „unter der Haube“ zu sein und dass das Verdecken der Haare mit einer Haube bei verheirateten Frauen nur bis etwa 1800 üblich war. Begas porträtierte seine Ehefrau bereits ohne Haube, wohingegen er seine Mutter und Großmutter noch mit bedeckten Haaren dargestellt hatte.
Nachdem sie im Atelier erfahren hatten, wie eine typische Künstlerwerkstatt zur Zeit Carl Josef Begas aussah und wie Künstler im 19. Jahrhundert ausgebildet wurden, betrachteten die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Porträts in den verschiedenen Räumen des Begas Hauses. Die besprochenen Werke umspannten die Epoche zwischen Aufklärung, Romantik und Biedermeier bis zur Wilhelminischen Kaiserzeit.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Schüler und Schülerinnen vom Werk „Lurelei“ von Carl Josef Begas aus dem Jahre1835. Im Rahmen der Führung erfuhren sie einiges über den hohen, steilen Schieferfelsen am rechten Rheinufer in der Mittelrheinschlucht bei Sankt Goarshausen und über die Loreley-Sage, die von einer wunderschönen Nixe oder Zauberin am Rhein berichtet, die auf diesem Felsen sitzt, ihr langes goldenes Haar kämmt und mit ihrem betörenden Gesang die Schiffer ablenkt, so dass ihre Schiffe in den gefährlichen Stromschnellen an den Felsen zerschellen.
Großes Interesse wurde auch an der Skulptur „Pan als Lehrer des Flötenspiels“ von Reinhold Begas aus dem Jahr 1868 gezeigt. Aufmerksam hörten die Schülerinnen und Schüler Frau Dr. Tichelmanns zu, die ihnen erläuterte, dass der römische Dichter Ovid in seinen Metamorphosen berichtet, dass die Nymphe Syrinx aus Furcht vor den Nachstellungen des bocksbeinigen Naturgottes Pan die Götter um Hilfe anflehte und daraufhin in ein Schilfrohr verwandelt wurde. Der Verschmähte schnitzte sich aus dem Rohr eine Flöte, die seither als Syrinx oder Panflöte bekannt ist. Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler vor allem davon, wie es Begas gelungen ist, die Adern unter der Haut zu verdeutlichen und wie realistisch das Fell des Bocks wirkt. Da auch ein Bozzetto zu dieser Skulptur ausgestellt war, konnten auch der Entwicklungsprozess der Skulptur vom Tonmodell zur Marmorskulptur nachvollzogen werden.
Seit jeher lernen Künstler wie die der Familie Begas ihr Handwerk auch über das Nachahmen und Kopieren anderer Werke. Daher erhielten die Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die Führung, die Möglichkeit sich in die Komposition selbst gewählter Porträts aus der Sammlung zu vertiefen. Sie verteilten sich im Museum und benutzen diverse Porträts und setzten sie in eigene Zeichnungen um. Dabei stellte sich die „Lurelei“ als das begehrteste Motiv heraus.





