Lernzeiten

Das Lernzeiten-Konzept ist von Lehrinnen und Lehrern verschiedener Fächer entwickelt worden und soll zeitnah nach seiner Einführung evaluiert werden, um gewonnene Erfahrungen zu berücksichtigen und Fehlentwicklungen zu begegnen

Rechtslage

„An Ganztagsschulen (§ 9 Absätze 1 und 3 SchulG) treten in der Sekundarstufe I Lernzeiten an die Stelle von Hausaufgaben. Die Lernzeiten sind so in das Gesamtkonzept des Ganztags zu integrieren, dass es in der Regel keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen.“

Pädagogische Zielsetzungen

  • Die Aufgaben der Lernzeiten sind an den Fachunterricht angebunden.
  • Lernzeiten sollen das selbstgesteuerte Arbeiten fördern.
  • Lernzeiten sollen der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler konstruktiv begegnen.
  • Lernzeiten sollen Nachteile von Schülerinnen und Schülern ausgleichen, die außerhalb der Schule nur eingeschränkt Unterstützung erhalten.
  • Rhythmisierung der Schulwoche und des Schultages bestimmt die Einbettung der Lernzeiten im Stundenplan.
  • Lernzeiten müssen in einer ruhigen Arbeitsatmosphäre stattfinden.
  • Die Klassenräume sollten funktional im Hinblick auf die Lernzeiten ausgestattet sein.

Organisatorischer Rahmen

Bei der organisatorischen Umsetzung von Lernzeiten spielt die Rhythmisierung der Schulwoche, der langen Schultage sowie der Arbeit der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle: Intendiert ist ein sinnvoller Wechsel von Unterricht und selbstgesteuertem Arbeiten.

  • Die Lernzeiten sollten daher möglichst an den langen Tagen liegen.
  • Sie sollten in Stunden liegen, in denen die Schülerinnen und Schüler sich gut konzentrieren können, vorzugsweise in der 2. oder 3. Stunde im 70´- Raster.
  • Sie finden im Klassenraum statt.
  • Die Lernzeiten einer Jahrgangsstufe sollten nach Möglichkeit gekoppelt werden. Dadurch wird Hilfestellung durch einen Fachlehrer im Nachbarraum ermöglicht.

Umfang der Lernzeiten

In allen Jahrgangsstufen der Sek I werden drei Lernzeiten (LZ) für die Schülerinnen und Schüler eingerichtet. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 finden drei LZ und in der Jahrgangsstufe 7 zwei LZ vormittags statt, in den Jahrgangsstufen 8 und 9 liegt eine LZ am Vormittag.

Am Dienstag- und Donnerstagnachmittag wird parallel zur AG- und Förderschiene jeweils eine freiwillige betreute LZ angeboten, in der Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Jahrgangsstufe ihre LZ-Aufgaben erledigen können. Wer dieses Angebot nicht wahrnimmt, hat schriftliche Hausaufgaben.

Lehrereinsatz

LZ sollen in erster Linie durch Klassen- und Hauptfachlehrer betreut werden, wenn dies aus stundenplantechnischen Gründen nicht möglich ist, sollte ein Lehrer eingesetzt werden, der die Klasse kennt, um einen möglichst störungsfreien Ablauf der LZ zu gewährleisten. Dies gilt auch für den Vertretungseinsatz.

In den Jahrgangsstufen 5 bis 7 wird eine Lernzeit vom Klassenlehrer[1] betreut, damit dieser bei Bedarf ca. 30 Minuten Zeit für Angelegenheiten der Klasse (OS) hat. Ab Klasse 6 wird eine LZ mit der Begabtenförderung (BF) gekoppelt. In 6.2 sollte je eine LZ möglichst von einem Französisch- und einem Lateinlehrer betreut werden, um den Einstieg in die zweite Fremdsprache zu begleiten.

Lernzeiten sollen der Heterogenität der Schülerinnen und Schüler konstruktiv begegnen

Die Fachlehrer stellen Pflicht- und Zusatzaufgaben[2], evtl. auch Material mit unterschiedlichem Anspruch bereit. Stärkere Schülerinnen und Schüler sollten sich nicht „bestraft“ fühlen, weil sie mehr machen müssen, wenn sie zügig arbeiten.

Schülerinnen und Schüler, die ihre Aufgaben fertiggestellt und kontrolliert haben, erhalten ein Angebot für die „Restzeit“, z. B. die Möglichkeit zu lesen.

In den 5. und 6. Klassen entscheiden die Schülerinnen und Schüler am Freitag, welche Materialien sie mit nach Hause nehmen, um Fehlendes nachzuarbeiten oder Stoff zu vertiefen.

Ab Jahrgangsstufe 6 können stärkere Schülerinnen und Schüler für ein Halbjahr Angebote der Begabtenförderung wahrnehmen. (Zuweisung durch die Klassenkonferenz)

Schwächere oder schlecht organisierte Schülerinnen und Schüler erhalten Unterstützung durch die Lehrkraft im Klassenraum oder – im Ausnahmefall – durch den Fachlehrer im Nachbarraum.

Wenn die Personalressourcen ausreichen, könnte zu den vier parallel liegenden LZ eine fünfte eingerichtet werden, in der diese Schülerinnen und Schüler in einer Kleingruppe arbeiten und bei Bedarf besser unterstützt, aber auch kontrolliert werden.

Die Arbeit in den LZ kann als Indikator für Förderbedarf (vgl. Förderkonzept der Schule) dienen.

Materialien für die Lernzeiten

Der Schulplaner (statt des Schülerbuchs) dient als Mittel der Organisation und Kommunikation von Schülern, Eltern und Lehrern, u. a. der Dokumentation der Arbeit in den Lernzeiten.

Jeder Schüler braucht einen Ordner mit Register für die verschiedenen Fächer, in dem er Aufgaben und Materialien für die LZ abheftet. Die Ordner werden auf die Regale in den Klassenräumen gestellt.

An einer Wand im Klassenraum befindet sich ein LZ-Brett für die Aufgaben. Der Aushang dient der Koordination der Kolleginnen und Kollegen (Umfang der Aufgaben) und der Ersparnis von Kopien (Kurze Aufgabenstellungen können die Schülerinnen und Schüler abschreiben, längere Aufgabenstellungen mit Materialienanhang erhalten sie als Kopie).

Im Klassenraum befindet sich ein Materialienordner, in den die Lehrkräfte Arbeitsblätter und Texte für die Folgewoche – in Klassenstärke kopiert – abheften.

In jedem Klassenraum werden Wörterbücher für D, E, F und L gebraucht, sodass die die Schülerinnen und Schüler selbstständig nachschlagen und ihre Texte ggfs. auch selbstständig kontrollieren können.

1 Um eine bessere Lesbarkeit der Texte zu gewährleisten, wird auf die explizite Nennung von Lehrerinnen und Lehrern verzichtet.

2 Aushang zur Aufgabenstellung