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Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist eine Idee, die 1988 in Belgien entwickelt wurde. Die Schülerinnen und Schüler wollten sich offen mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art auseinandersetzen. Unser Gymnasium ist ein Teil der Stadt Hückelhoven, die durch die Zeche Sophia-Jacoba von der Vielfalt der Nationen und ihrer Kultur geprägt wurde. Für uns als Schule ist es wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass wir Rassismus nicht akzeptieren und wir für ein tolerantes und demokratisches Hückelhoven einstehen.

KREATIV SEIN GEGEN RASSISMUS

Als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage wollen wir mit diesem kreativen Wettbewerb ein Zeichen setzen gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit. Es ist eine Aktion, die zum Mitmachen einlädt. Die genaueren Bestimmungen zu diesem Wettbewerb findet ihr hier.


Mehtap Daban (Jahrgang 7)

Wir hoffen, dass sich möglichst viele mit ihren bunten Ideen einbringen und eine Postkarte gestalten. Damit kommt nicht nur das künstlerische, gestalterische Interesse zum Ausdruck, sondern es wird auch deutlich, dass man sich mit dem Thema „Rassismus und Diskriminierung von Menschen“ aktiv auseinandersetzt.

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und wünschen viel Erfolg und vor allem viel Freude bei der Umsetzung!

 

 

 

 


Mehtap Daban (Jahrgang 7)
Ergebnis unseres Postkartenwettbewerbes

Die Anzahl der eingereichten Beiträge war trotz der angebotenen Verlängerung recht überschaubar. Allerdings waren die Ideen und deren Umsetzung sehr erfreulich. Da wir von verschiedenen lokalen Unternehmen (s. Sponsorenliste) mit Preisen gut ausgestattet wurden, konnten wir jedem Teilnehmer einen Preis zukommen lassen.

Die Jury, die sich aus den Mitgliedern der Teilkonferenz zusammensetzte, prämierte letztlich vier Gewinner aus verschiedenen Altersgruppen. Die Ergebnisse zeigen wir hier.

 


Lennard Regel (Jahrgang 8)

Die Beiträge beschäftigen sich mit der Frage von Rassismus und Gewalt in ganz unterschiedlicher Form. Wir haben die Motive der Preisträger auf Postkartengröße gebracht und sie entsprechend kopieren lassen.

 

 

 


Cihan Zoroghi (Jahrgang 9)

Sie können nun im Set von vier Karten gegen einen Euro (1€) käuflich erworben werden. Dazu sollten am besten Frau Wolff oder Frau Fluhr-Leithoff angesprochen werden.

 

 

 

 


Felix Wender (Jahrgang 13)

Die Preisverleihung fand dann im Rahmen der Abschlussveranstaltung (s. Programm) zur diesjährigen Interkulturellen Woche am 29.09.2012 bei uns in der Schule statt. Unter dem Motto „Farbe bekennen“ trug die Musical-AG unter Leitung von Lisa Jäckel anspruchsvolle Lieder aus dem Musiktheater Andorra und andere Songs vor; sie wurden mit verschiedenen Texten zum Thema Gegen Gewalt und für ein friedliches Miteinander kombiniert. Diese waren von Frau Fluhr-Leithoff zusammengestellt worden, die die Veranstaltung auch moderierte.

 

 

 

 


Frau Wolff freut sich mit den Preisträgern

Frau Wolff und Herr Esser nahmen für die Teilkonferenz Schule ohne Rassismus die Preisverleihung vor. Herr Schmitz, Integrationsbeauftragter der Stadt Hückelhoven, überreichte einen Sonderpreis an Max Knoll, der das Plakat entworfen hatte, das sehr treffend das multikulturelle Miteinander in Hückelhoven zum Ausdruck bringt.

Am 27. Januar 1945 rückten Soldaten der Roten Armee in das Vernichtungslager Auschwitz ein und befreiten die wenigen, die den Horror überlebt hatten. Der 70. Jahrestag wird in ganz Deutschland mit zahlreichen Gedenkstunden und Kranzniederlegungen begangen. „Erinnerung bewahrt Menschlichkeit“, sagte Bundespräsident Gauck in seiner Ansprache vor dem Bundestag. Auch die Schülerinnen und Schüler der Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Gymnasium Hückelhovens wollten an die Opfer des Holocausts erinnern, indem sie in Anlehnung an die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig große Erinnerungssteine aus Pappe (44×44 cm) herstellten, auf denen die Geschichten von jüdischen Mitbürgern nachzulesen sind. Dabei beschäftigten sich viele Schüler_innen vor allem mit Holocaustopfern aus der näheren Umgebung.

Die Schülerin Laura zum Beispiel informierte sich über Betty Reis, eine junge Frau aus Wassenberg, welche 1939 ins Konzentrationslager Bergen-Belsen deportiert wurde. Lukas hingegen war es wichtig, auch heutigen Opfern rechter Gewalt zu gedenken und erstellte einen Erinnerungsstein für Duy Doan Pham, ein Obdachloser mit vietnamesischen Wurzeln, welcher wahrscheinlich aus rassistischen Motiven 2011 in Neuss ermordet wurde. „Diese Erinnerungssteine werden für zwei Wochen in den Räumen des Gymnasiums aufgestellt, damit die Schülerinnen und Schüler kurz verweilen und den Opfern des Holocausts und rechter Gewalt gedenken können“, sagt Frau Wolff, Vorsitzende der Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. „Das Leid von Auschwitz ist nicht zu fassen. Aber es ist wichtig, der Befreiung des Konzentrationslagers zu gedenken.

Am 24. Juli 2014 verstarb Jerzy Gross, den wir als Michael Emge kennen gelernt hatten. Wir wussten dass dieser Name als Schutz dienen sollte, da Jerzy Gross unter Anfeindungen und Bedrohungen zu leiden hatte, nachdem er mit seinen Erinnerungen an die Öffentlichkeit getreten war. Aber nun bekommt er im Tod seinen Namen zurück, der seinen Weg so sehr geprägt hat.

Jerzy Gross wurde am 16. November 1928 in eine großbürgerliche deutsche Familie als einer von zwei Söhnen geboren; der Vater, ein Ingenieur, war jüdisch und die Mutter, die aus Wien stammte, katholisch. Aus beruflichen Gründen siedelte die Familie um nach Krakau und dort wird die Familie Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Jerzy überlebt als einziger aus seiner Familie den Holocaust, weil er auf Schindlers Liste stand. Dort ist sein Name unter der Lagernummer 69173 erfasst, wie dieser Auszug aus den Dokumenten in Yad Vashem zeigt.

Nach der Befreiung aus dem Konzentrationslager in Brünnlitz ging Jerzy Gross nach Polen, schlug sich alleine durch. Da er bereits als Kind musikalisch großes Talent gezeigt hatte, wurde er Geiger und spielte zunächst im polnischen Rundfunkorchester, später in Unterhaltungsorchestern in Israel. Anlässlich einer Prozessaussage kam er in den 60er Jahren nach Düsseldorf. Allerdings wird der Prozess am ersten Tag für ihn aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgesagt. Jerzy Gross erkrankt lebensgefährlich, er bleibt in Deutschland. Er lebte mit seiner eigenen kleinen Familie in Köln.

 

Erst spät beginnt er damit, seine Erinnerungen mitzuteilen, sie wach zu halten als Mahnung gegen das Vergessen. Besonderes Vertrauen setzte er in junge Menschen. Sie wollte er vor allem erreichen, wenn er in Schulen ging, von seinen Erfahrungen berichtete und sich den Fragen stellte. Geholfen hat ihm hierbei die WDR-Redakteurin Angela Krumpen, die in dem Buch Spiel mir das Lied vom Leben die Begegnung zwischen der jungen Judith, ein Wunderkind auf der Geige, und Jerzy Gross in sehr dichter und vielschichtiger Form schildert. Dies war auch die Grundlage der Präsentation; Angela Krumpen moderierte, schilderte Jerzys Erlebnisse und ermöglichte so auch bei großen Veranstaltungen eine sehr persönliche Atmosphäre.

Wir wussten, dass Michael Emge ein sehr kranker Mann war, als er bei uns am 16. Mai zu Gast war. Wir waren die letzte Schule, die er besuchen konnte. In vielen Gesprächen im Nachhinein ist deutlich geworden, wie sehr er mit seiner Persönlichkeit und Authentizität gewirkt hat. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Diese Rückmeldung hat auch Michael Emge noch erhalten und er hat sich sehr darüber gefreut.

 

Wie wichtig für Jerzy Gross aber das Erinnern ist, schreibt Frau Krumpen in ihrer Mail: „Ich habe Jerzy versprochen, auch weiter zu erzählen, sprich mit einer neuen Powerpoint, in der ich dann ihn als Video mitbringe, weiter in Schulen zu gehen … das sollten auch Sie wissen.“

Hückelhoven. Mit einer Ballon-Aktion feierten alle Klassen des Gymnasiums Hückelhoven gestern fünf Jahre „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Von Gabi Laue

Ballons in der Schulfarbe tragen Karten in die Umgebung. Finder sollen ein Statement zum Thema „Rassismus“ ans Gymnasium Hückelhoven senden. Hier lernen Schüler aus 40 Nationen gemeinsam – seit fünf Jahren „mit Courage“. FOTO: LAASER

Viele bunte Handabdrücke zierten ein Banner, als das Gymnasium im Juli 2010 das Zertifikat als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ erhielt. Und ein buntes Zeichen setzten alle Schüler des Gymnasiums fünf Jahre später auf dem großen Stern vor dem Haupteingang: Rund 800 Luftballons in Orange stiegen gestern in den Himmel. Sie transportieren Postkarten. Finder sollen sie ans Gymnasium zurückschicken mit einem Statement“Rassismus/Diskriminierung finde ich…“ Frisch gebackene Abiturientinnen, alle 18, vollendeten den Satz spontan. Festina:“Nicht angebracht.“ Deborah:“Unakzeptabel.“ Laura: „Intolerant.“ Sie gehören zu den gut 20 Schülerinnen und Schülern, die gemeinsam mit Lehrern und Eltern die „Teilkonferenz Schule ohne Rassismus“ bilden.“

Mit der Aktion wollen wir die ganze Schule aufmerksam machen, damit auch die Jüngeren wissen, dass es das gibt“, erklärte Festina. Laura erinnerte daran, dass in Hückelhoven, Stadt mit Menschen aus 93 Nationen, der größte Teil der Einwohner einen Migrationshintergrund hat.“Deshalb ist es wichtig, die Bevölkerung aufmerksam zu machen.“ Christine Wolff, Vorsitzende der Teilkonferenz, erläuterte zu Beginn der Jubiläumsfeier unter strahlend blauem Himmel den Ursprung der Idee: „Sie wurde 1988 in Belgien entwickelt, weil sich Schüler offen mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art auseinandersetzen wollten.“ Die Aktion Courage initiierte „Schule ohne Rassismus“ 1995 in Deutschland – vor dem Hintergrund zunehmend fremdenfeindlicher und rechtsextremistischer Gewalt. Die Lehrerin zitierte ein Lied der Band Irie Révoltés:“Es gibt noch viel zu tun. Die Intoleranz steckt noch in zu vielen Köpfen. Komm her, steh auf, hör zu – wir machen den Schritt und ändern die Richtung.“Im Gymnasium machte den Schritt ein Schüler: Dusty Bock brachte mit Gleichaltrigen die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ auf den Weg. Christine Wolff verlas ein Grußwort des Ehemaligen, der seinen früheren Lehrerinnen und Lehrern dankte, denen es wichtig war, Schüler „zu interessierten und mündigen Menschen zu erziehen“.

Bock betonte, in Zeiten von HoGeSa, Pegida und einem Anschlag auf die französische Satire-Zeitung Charlie Hebdo sei es wichtig, nicht wegzuschauen:“Hingucken, zuhören, Meinung bilden und einmischen ist gefragt.““Ob Hakenkreuze in Hückelhoven oder NPD, die sich am Rathaus oder in Mönchengladbach versammelt – ihr seid vor Ort und setzt ein Zeichen dagegen.“ Zehn Schüler „mit Courage“ waren am 1. Mai nach Gladbach zur Demo gegen die NPD-Kundgebung gefahren, zeigten ihr Banner „Kein Bock auf Nazis“. Im Gymnasium lernen Schüler aus 40 Ländern „friedlich mit gegenseitigem Respekt“, so Schulleiter Arnold Krekelberg.“Jeden Tag zeigen wir, dass Rassismus, Ausgrenzung und Angst vor Anderssein keinen Platz in unserer Schule haben. Wir wollen ein Beispiel geben, aufbegehren gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.“ Für Lehrerin Birgit Fluhr-Leithoff ist“Rassismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen am Menschen“. Schließlich stieg ein Meer von Ballons auf und wurde in Windeseile in die Ferne getragen. Nun warten alle gespannt auf Antwort-Karten.

Quelle: RP, 4. Juni 2015

Nach einem morgendlichen Besuch des legendären Altonaer Fischmarkts am Sonntag ging es am Mittag weiter zur Gedenkstätte Bullenhuser Damm, die sich im Keller einer ehemaligen Schule befindet. Ein Referent vor Ort erklärte den Teilnehmern der Fahrt, welche Verbrechen die Nazis dort verübt hatten. Der SS-„Arzt“ Kurt Heißmeyer führte im KZ Neuengamme Tuberkulose-Experimente an Häftlingen durch. Zu diesem Zweck „bestellte“ er im KZ Auschwitz zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren für seine verbrecherischen Versuche. Diese Experimente scheiterten alle, auf die unappetitlichen Details werde ich hier jedoch nicht eingehen. Kurz vor Kriegsende wurden in der Schule am Bullenhuser Damm diese Kinder, ihre Betreuer sowie mindestens 24 sowjetische Kriegsgefangene durch die SS durch Erhängen ermordet.

Am Montag besuchte die Fahrt auch das KZ Neuengamme, das mit seinen 86 Außenlagern das größte ehemalige nationalsozialistische Konzentrationslager Norddeutschlands war. Die Referenten vor Ort illustrierten die Geschichte des Lagers, das nach Kriegsende als Gefängnis weitergenutzt wurde. Drei Rundwege von 1,5 bis 4,5 Kilometern Länge führen zu zentralen Orten des Schreckens: dem Appellplatz, auf dem sich die Häftlinge mehrmals täglich aufstellen mussten und auf dem auch öffentliche Hinrichtungen stattfanden, dem Arrestbunker mit schmalen Einzelzellen, in dem Hunderte Gefangene getötet wurden, und das Krematorium, in dem die Leichen der KZ-Häftlinge verbrannt wurden. Wir hatten ebenfalls die Gelegenheit, uns das Museum vor Ort anzuschauen.

Persönliches Statement:

Ich muss sagen, dass unser Programm für die Fahrt ausgesprochen gut war. Es war nicht erdrückend, wie ich es auf anderen Bildungsreisen kennengelernt hatte und wir hatten genug Zeit, Hamburg selbst auf eigene Faust zu erkunden. Die Referenten vor Ort haben mich durch ihre ganzheitliche Betrachtung des Nationalsozialismus sehr positiv überrascht. „Wer vom Nationalsozialismus erzählt, sollte vom Kapitalismus nicht schweigen!“ – dies ist eine durchaus treffende Umschreibung, denn an den Konzentrationslagern haben die verschiedensten deutschen Unternehmen, Privatpersonen sowie der deutsche Staat einen unfassbaren Gewinn gemacht. Dieser Gewinn ging auf Kosten von unzähligen Menschenleben. Auch die Einzigartigkeit des Holocausts wurde betont.

Niemals vergessen – Millionen Tote mahnen zu einem entschlossenen: „Nie wieder!“

Lukas

Im Juni dieses Jahres wird das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ 20 Jahre alt.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) ist eine europäische Jugendinitiative. Nationale Koordinierungsstellen gibt es in Belgien (seit 1988), wo das Projekt entstand, den Niederlanden (seit 1992), Deutschland (seit 1995), Österreich (seit 1999) und Spanien (seit 2002).
Gemeinsam ist „Schule ohne Rassismus“ in allen beteiligten Ländern folgende Grundidee: Schulen, die sich dem Netzwerk anschließen, einigen sich in einer Selbstverpflichtung mehrheitlich darauf, aktiv gegen Rassismus vorzugehen.
Vor fünf Jahren initiierten Schüler und Schülerinnen das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an unserer Schule. Federführend war dabei der Schüler Dusty Bock. Seit diesem Gründungsakt im Juli 2010 setzen sich Schüler und Schülerinnen, Lehrkräfte und Eltern gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung und für die gelebte Vielfalt an unserer Schule ein.

Um mit Dustys Worten zu sprechen: „In Zeiten von HoGeSa, Pegida, vermeintlich ‚besorgten Eltern‘ in BadenWürttemberg und einem Anschlag auf die französische Satire-Zeitung ‚Charlie Hebdo‘ realisiere ich, wie wichtig es ist, nicht einfach wegzuschauen und weiterzumachen. Hingucken, Zuhören, sich eine Meinung bilden und Einmischen ist gefragt! Und ja, es braucht verdammt viel Mut dazu, auf der Straße dafür einzustehen. Nicht umsonst heißt es ‚Schule mit Courage‘.“

Und genau diese Courage hat heute am 3. Juni 2015 die Schulgemeinde des Gymnasium Hückelhovens bewiesen, indem alle gemeinsam ca. 800 Luftballons in den Himmel aufsteigen ließen, um eine deutliches Zeichen für die kulturelle Vielfalt und gegen Rassismus und Diskriminierung in Hückelhoven zu setzen.

Bedanken möchte ich mich bei den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und Eltern der Teilkonferenz, die viel Zeit in die Vorbereitung dieser Jubiläumsveranstaltung gesteckt haben. Des Weiteren bedanke ich mich herzlich bei der Firma Cremers, die uns das Helium gesponsert hat und den Förderverein, der die Luftballons finanziert hat.

Christine Wolff (Vorsitzende der Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“)

Anlässlich dieses Jubiläums veranstaltet die Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 3. Juni in der vierten Stunde eine Luftballonaktion. Dazu werden zirka 900 Luftballons auf dem großen Stern in den Himmel aufsteigen, an die Postkarten geheftet sind. Die Finder können sich zum Thema Rassismus/Diskriminierung äußern und die Karten an das Gymnasium zurückschicken.

Anlässlich des internationalen Tags gegen Homo- und Transphobie, der jährlich am 17.05. datiert ist, gestaltete die Teilkonferenz „Schule ohne Rassismus“ eine Mit-Mach-Aktion für die gesamte Schule. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen hinterließen ihren bunten Fingerabdruck als Zeichen gegen Homo- und Transphobie.
Weltweit ist gleichgeschlechtliche Liebe in 70 Staaten strafbar. Und trotz gesellschaftlicher und rechtlicher Fortschritte in Deutschland sind homo- und transsexuelle Menschen weiterhin Diskriminierung ausgesetzt.
Hier gilt es ein Zeichen zu setzen, denn: Liebe ist Liebe!

Am Montag, den 16. November 2015 wurde die Bronzetafel der Künstlerin Sophia Pechau in der Westendstraße in Köln enthüllt. Sie erinnert an Jerzy Gross, der den Holocaust als Junge von Schindlers Liste überlebte.

Das Gymnasium Hückelhoven war die letzte Schule, die er besuchen konnte, und so wurden wir gebeten, bei der Gedenkveranstaltung in einer kleinen Ansprache unsere Erinnerungen an Jerzy Gross vorzutragen.

Als er am 16. Mai 2014 bei uns in der Schule unter seinem Pseudonym Michael Emge zu Gast war, war er schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet. Zwei Monate später verstarb er. In der Information des Freundeskreises heißt es: „Mit aller Macht, mit großer Unbeugsamkeit hat sich Jerzy Gross gegen seine Krankheiten gestemmt. Der Parkinson nahm ihm die Geige, die Dialyse die Freiheit, der Krebs den Körper. Sein Überlebenswillen war phänomenal. Nur sehr schweren Herzens ließ sich Jerzy Gross aus dem Leben, das er so gerne noch weiter gelebt hätte, reißen.“ Kurz vor seinem Tode sagte er: „Vergesst mich nicht. Aber habt Spaß.“ 

Mit Hilfe eines Unterstützerkreises und der GAG (der Wohnungsbaugesellschaft) die Bronzeplakette dort angebracht, wo er die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.

GEDENKFEIER FÜR JERZY GROSS

Am 16. 11. 1929 wurde Jerzy Gross in Krakau geboren. Genau 86 Jahre später wurde nun ein Denkmal für ihn enthüllt. Die letzten Jahre seines Lebens hat Jerzy Gross in einer kleinen Siedlung im Westen Kölns verbracht und dort befindet sich auch seine Gedenktafel, die heute präsentiert wurde. Ich finde es sehr wichtig, dass es dieses Denkmal gibt, denn es erinnert an Jerzy Gross und seine Geschichte. Und das ist genau das, was er erreichen wollte. Ich persönlich denke dabei an den Besuch, den Jerzy Gross unserer Schule abgestattet hat. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie berührt und entsetzt ich von den Geschichten war, die er uns von seiner Verfolgung und seiner Zeit im KZ erzählt hat. Auch wenn wir viel über den Holocaust im Unterricht sprechen, ist es viel schockierender mit jemandem reden zu dürfen, der dies selbst erlebt hat. Ich bin sehr dankbar, dass Jerzy Gross unsere Schule trotz seiner Krankheit besucht hat und hoffe, dass die Erinnerung an ihn und seine Arbeit als Zeitzeuge noch lange erhalten werden.

Die Gedenkfeier hat auch meine Erinnerung wieder aufleben lassen und bot mir die Möglichkeit, mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen. Es war trotz allem keine Trauerfeier, denn das hätte Jerzy Gross nicht gewollt. Wir erinnern uns mit Freude an ihn und danken ihm dafür, dass er uns an seiner Geschichte teilhaben ließ und so seine Erinnerungen bewahrt werden.

Charlotte Sachs

Am 28.11.2014 fand im El-De Haus in Köln das Regionaltreffen der Netzwerkschulen „Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage“ statt. Gemeinsam mit Frau Wolff besuchten Deborah Nadane, Lea Minkenberg, Sarah Bolten und ich dieses Treffen.

Nachdem wir durch die Landeskoordinatorin Renate Bonow begrüßt worden sind, hatte jede Schule die Möglichkeit Projekte vorzustellen. In diesem Rahmen stellten wir die „Ohne Dich“-Aktion vor, für die wir sehr viele positive Rückmeldungen erhielten. Es war auch sehr interessant, die Projekte der anderen zu sehen. Besonders gut hat mir auch die Idee gefallen nicht nur die Schule miteinzubeziehen, sondern auch die Öffentlichkeit auf das Thema Rassismus und die Möglichkeiten Rassismus entgegenzuwirken aufmerksam zu machen. Eine andere Schule zeigte verschiedene Filme, wo beispielsweise Schüler zu ihrer Herkunft etc. befragt wurden. Ich halte das für eine sehr gute Idee, da Filme viel mehr übermitteln als Texte.

Anschließend wurden verschiedene Workshops zu den Themen Entwicklung des Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln, Antiziganismus als besondere Form des Rassismus, „Liebe kennt keine Grenzen“ (zum Thema Homophobie), Antisemitismus heute- aktuelle Formen des Judenhasses, Salafismus in der Demokratie und „Macker, Zicken, Trampeltiere- was Vorurteile uns nutzen“ angeboten. Veranstaltet wurden diese Workshops von verschiedenen Organisationen, wie beispielsweise „SchLAu Köln“ (gegen Homophobie). Die Auswahl der Workshops hat uns so gut gefallen, dass wir uns nur schwer für ein Thema entscheiden konnten. Ich habe schließlich an dem Workshop teilgenommen, der sich mit Vorurteilen beschäftigt. Besonders interessant war es zu sehen, wie Vorurteile unbewusst unser alltägliches Leben beeinflussen.

Nach dem Mittagessen wurde ein Podiumsgespräch geführt, in dem diskutiert wurde, wie sich aktuelle Konfliktfelder, wie z.B. die Kriege im Nahen und Mittleren Osten und die Neuzuwanderung aufgrund der EU-Osterweiterung, auf unsere Arbeitsfelder auswirken. In diesem Zusammenhang stellten sich auch Vertreter verschiedener Organisationen vor, die sich und ihre Arbeit an Schulen beschrieben.

Meiner Meinung nach war das Treffen sehr gelungen. Es hat Spaß gemacht, sich mit anderen Schulen über die Projekte auszutauschen und an den Workshops teilzunehmen. Vor allen Dingen zum Thema Homophobie haben wir Anregungen für eigene Projekte erhalten. Ich bin gespannt, was uns beim Landestreffen im Februar erwartet.

Charlotte Sachs

Am Freitag, den 16. Mai 2014 fand in unserer Schule diese ganz besondere Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und der Oberstufe sowie geladenen Gästen statt. Vorbereitet und organisiert wurde sie aus der Teilkonferenz Schule ohne Rassismus, insbesondere durch Frau Kaumanns.

Unter dem Titel „Spiel mir das Lied vom Leben“ berichtete Herr Michael Emge, einer der wenigen noch lebenden Schindler-Juden, von seinen Erinnerungen an die Zeit im Lager Plaszow unter dem berüchtigten Kommandanten Amon Göth. Dazu gehört auch die Rettung durch Oskar Schindler, der in Steven Spielbergs Film Schindlers Liste in gewisser Weise ein mediales Denkmal gesetzt bekam.

 

 

Begleitet wurde Michael Emge von der WDR-Redakteurin Angelika Krumpen, die das Buch „Spiel mir das Lied vom Leben“ verfasst hat. Sie schildert darin die Begegnung der erst zwölfjährigen Geigerin Judit und Michael Emge. Die Liebe zur Musik verbindet beide und lässt eine ungewöhnliche Freundschaft entstehen, die immer wieder auch die Frage nach dem Damals stellt. Vor diesem Hintergrund moderierte Frau Krumpen sehr behutsam und dennoch ambitioniert diese Veranstaltung, die durch Filmausschnitte und Musikeinspielungen unterlegt wurde.

Heute ist Michael Emge ein hoch betagter und sehr kranker Mensch. Dennoch ist es ihm ein großes Bedürfnis, von jener Zeit zu reden, und zwar vor allem vor jungen Menschen, um die Erinnerung an die nationalsozialistischen Untaten als Mahnung wachzuhalten. Wie wichtig das auch heute noch ist bezeugt allein die Tatsache, dass Michael Emge ein Kunstname ist; dazu sah sich Herr Emge genötigt, da er immer wieder als ehemaliger Verfolgter des Nazi-Regimes und jüdischer Mensch von Rechtsextremisten bedroht wurde.

 

 

So gelang es, diese für die heutige Generation junger Menschen so unfassbare Zeit atmosphärisch ganz dicht präsent zu machen, zu zeigen, wie die tägliche Existenzbedrohung mit permanenter Willkür belegt war, so dass das Leben eines Menschen nichts mehr wert war. Herr Emge sagte dazu: „Letztlich konnte niemand die Gesetze in Plaszow wirklich verstehen. Es gab tausend und ein Gesetz. Wenn man eins übertrat, dann konnte das den sofortigen Tod nach sich ziehen. (…)“

Mit diesen bewegenden Erinnerungen erreichte Herr Emge in der zweieinhalbstündigen Veranstaltung seine Zuhörer, was sich gerade auch in den Wortbeiträgen und Fragen der Schüler zeigte. Deshalb sind wir als Schule sehr dankbar, dass diese Begegnung möglich war. Dieser Dank gilt insbesondere dem Förderverein unserer Schule für seine großzügige Finanzierung sowie der Stiftung des Sparkassenverbandes für seine Unterstützung.

Uns ist es als Schule ohne Rassismus wichtig, mit der Erinnerung das Mahnen zu verbinden und deutlich zu machen, dass es nicht die „unmenschlichen Zeiten“ sind, sondern Menschen, die menschenverachtend und grausam handeln. Umso beeindruckender war es, dass am Ende für Herrn Emge das Bekenntnis zum Leben und zur Hoffnung in die jungen Menschen stand.

(B. Fluhr-Leithoff)

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