Lernen im ProFIL
Für uns heißt das:
Profile für integriertes Lernen und Projekte zur Förderung individuellen Lernens. Damit wollen wir einen innovativen lernpädagogischen Impuls setzen.
Im Rahmen des Ganztagsgymnasiums bietet unsere Schule auf Beschluss der Schulkonferenz seit dem Schuljahr 2009 / 2010 allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5, 6 und 7 die Möglichkeit aus einem Angebot von mehreren Kursen einen ProFIL-Kurs nach eigener Interessenlage zu wählen.
Das Konzept wurde in den Schuljahren 2009/2010 und 2010/2011 probeweise durchgeführt und evaluiert. Die Fortsetzung eines leicht modifiziertes Konzept wurde zum Abschluss der Evalution von der Schulkonferenz am 28. 06. 2011 mit großer Mehrheit beschlossen.
Nach den langjährigen Erfahrungen aus dem Unterricht und dem AG-Bereich an unserer Schule hat sich gezeigt, dass wir Schülerinnen und Schüler mit sehr breit gefächerten Neigungen, Interessen und Fähigkeiten haben. Dieses Potential wird durch unser ProFIL- Konzept aufgeriffen, um deren Interessen und Fähigkeiten in besonderer Weise zu erkennen und zu stärken. Darauf basierend kann dann die Wahl des Differenzierungsfaches ( Jg.stufe 8 und 9) aus dem gefundenen persönlichen Profilbereich und später die Wahl von Leistungskursen in der Oberstufe viel fundierter erfolgen.
Die Kursgröße der ProFIL-Kurse soll unter der üblichen Klassengröße liegen. Kursinhalte bedeuten nicht eine Intensivierung oder Begleitung des unterrichtlichen Lernstoffes. Vielmehr eröffnen sie den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit Neues, Interessantes aus einem Fachbereich zu erfahren, was ihnen im regulären Unterricht nicht geboten werden kann!
Außerdem sollen diese Kurse Alternativen zum herkömmlichen Unterricht bieten, indem verstärkt offene Unterrichtsmethoden genutzt werden, die selbständiges, kreatives Arbeiten fördern. Damit in diesen Kursen das Interesse und die Probierfreudigkeit im Vordergrund stehen, werden diese Kurse nicht im üblichen Sinne benotet, sondern im Zeugnis wie freiwillig wählbare Arbeitsgemeinschaften dokumentiert und bewertet.
Die unterschiedlichen ProFIL-Kurse sind insgesamt drei Profilfeldern zugeordnet:
Die einzelnen ProFIL-Kurse werden ab dem 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 5 mit einer Doppelstunde pro Unterrichtswoche in den Stundenplan integriert und jeweils für ein Halbjahr als in sich abgeschlossener Themenbereich angeboten.
Die Schülerinnen und Schüler wählen aus dem jeweiligen Kursangebot rechtzeitig am Ende des erste Halbjahres der Klasse 5, individuell zwei Kurse als Erst- und Zweitwunsch aus und werden dann möglichst wunschgemäß dem entsprechenden Profilkurs für das folgenden Halbjahr zugeordnet.
Ab Klasse 6 wählen die Schüler ein ProFIL - Feld für die Dauer des ganzen Schuljahres. Dabei haben die Schüler die Möglichkeit, zu den vorgestellten, geplanten Kursen eine persönliche Rangfolge anzugeben. Nach dieser Vorgabe erfolgen die Kurszuweisung und das entsprechende Angebot der Kurse im 1. und 2. Halbjahr.
Mit dieser Regelung möchten wir den Schülerinnen und Schülern Orientierung und Auffinden eigener Stärken ermöglichen. Wer nicht so recht weiß, was ihm besonders liegt kann alle drei Profilfelder einmal ausprobieren und wer bereits ausgeprägte Interessen und Neigungen hat, der kann diese durch Verbleib im gleichen Profilfeld möglichst intensiv zur Anwendung bringen und eine entsprechende Föderung und Wissensvertiefung erfahren.
Vor allem aber sehen wir die große Chance, neben einer Spezialisierung beim projektorientierten und integrierten Lernen Freude an der eigenen Leistungsfähigkeit zu entwicklen, was sich ausgesprochen positiv auch auf andere Lernbereiche auswirken wird.
Das angesprochene Angebot von 5 Profilkursen in drei Unterrichtsjahren benötigt natürlich pro Halbjahr zwei Stunden aus unserer Stundentafel. Wir entnehmen diese Stunden dem Bereich der sogenannten Ergänzungsstunden und dem Bereich der Ganztagsstunden.
Jedes Gymnasium hat nach den Vorgaben zum achtjährigen Verlauf bis zum Abitur (das so genannte G8) in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 insgesamt 153 festgelegte (bestimmten Fächern zugeteilte) Unterrichtsstunden zu berücksichtigen und zusätzlich noch 10 sogenannte Ergänzungsstunden zu vergeben. Diese Ergänzungststunden sollen zur Förderung der Fächer Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften genutzt werden.
Wir unterrichten die Schülerinnen und Schüler im Ganztagsgymnasium darüber hinaus in sieben weiteren Stunden, so dass unsere Schüler - ihre Kinder - in dem genannten Zeitraum 170 Unterrichtsstunden erhalten. Wir können also auch weiterhin im Rahmen des Fachunterrichtes unsere bewährten Konzepte des vertiefenden Lernens und der Hinführung zum selbständigen Arbeiten beibehalten.
Für das vorliegende Profilkonzept benötigen wir aus unserem erweiterten Stundenpool pro Jahrgang zwei Stunden, die in das zu unterrichtende 34-Stunden-Raster als Profilband eingebaut werden. Mit einer behutsamen Umwidmung der Ergänzungsstunden, die alle Fächer gleich behandelt, so dass keine unzumutbare Kürzung entsteht, ist es uns gelungen, unser Vorhaben zum Lernen im ProFIL, gut zu platzieren.
Wir sind der Überzeugung, dass wir die Möglichkeiten unserer erweiterten Stundentafel im Ganztagsbetrieb auf diese Weise gewinnbringend für unsere Schülerinnen und Schüler und damit ihre Kinder nutzen. Allen wird dadurch die Möglichkeit eröffnet, individuelle Stärken zu finden und auszubauen, mehr positive Lernerfahrungen zu erhalten und die Besonderheiten der Schule schätzen zu lernen.
(R. Schwittlinsky)