Pfingstfahrt in die Hansestadt Hamburg

Nach einem morgendlichen Besuch des legendären Altonaer Fischmarkts am Sonntag ging es am Mittag weiter zur Gedenkstätte Bullenhuser Damm, die sich im Keller einer ehemaligen Schule befindet. Ein Referent vor Ort erklärte den Teilnehmern der Fahrt, welche Verbrechen die Nazis dort verübt hatten. Der SS-"Arzt" Kurt Heißmeyer führte im KZ Neuengamme Tuberkulose-Experimente an Häftlingen durch. Zu diesem Zweck "bestellte" er im KZ Auschwitz zehn Jungen und zehn Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren für seine verbrecherischen Versuche. Diese Experimente scheiterten alle, auf die unappetitlichen Details werde ich hier jedoch nicht eingehen. Kurz vor Kriegsende wurden in der Schule am Bullenhuser Damm diese Kinder, ihre Betreuer sowie mindestens 24 sowjetische Kriegsgefangene durch die SS durch Erhängen ermordet.

Am Montag besuchte die Fahrt auch das KZ Neuengamme, das mit seinen 86 Außenlagern das größte ehemalige nationalsozialistische Konzentrationslager Norddeutschlands war. Die Referenten vor Ort illustrierten die Geschichte des Lagers, das nach Kriegsende als Gefängnis weitergenutzt wurde. Drei Rundwege von 1,5 bis 4,5 Kilometern Länge führen zu zentralen Orten des Schreckens: dem Appellplatz, auf dem sich die Häftlinge mehrmals täglich aufstellen mussten und auf dem auch öffentliche Hinrichtungen stattfanden, dem Arrestbunker mit schmalen Einzelzellen, in dem Hunderte Gefangene getötet wurden, und das Krematorium, in dem die Leichen der KZ-Häftlinge verbrannt wurden. Wir hatten ebenfalls die Gelegenheit, uns das Museum vor Ort anzuschauen.

Persönliches Statement:

Ich muss sagen, dass unser Programm für die Fahrt ausgesprochen gut war. Es war nicht erdrückend, wie ich es auf anderen Bildungsreisen kennengelernt hatte und wir hatten genug Zeit, Hamburg selbst auf eigene Faust zu erkunden. Die Referenten vor Ort haben mich durch ihre ganzheitliche Betrachtung des Nationalsozialismus sehr positiv überrascht. "Wer vom Nationalsozialismus erzählt, sollte vom Kapitalismus nicht schweigen!" - dies ist eine durchaus treffende Umschreibung, denn an den Konzentrationslagern haben die verschiedensten deutschen Unternehmen, Privatpersonen sowie der deutsche Staat einen unfassbaren Gewinn gemacht. Dieser Gewinn ging auf Kosten von unzähligen Menschenleben. Auch die Einzigartigkeit des Holocausts wurde betont.

Niemals vergessen - Millionen Tote mahnen zu einem entschlossenen: "Nie wieder!"

Lukas