Am 24.11.1961 beschloss der Rat der Gemeinde Hückelhoven-Ratheim die Einrichtung eines mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasiums.
In dieser Ratssitzung ging es hoch her. Johannes Bürger, ehemaliger Stadtdirektor von Hückelhoven, erinnert sich noch ziemlich genau: "Die, die gegen eine solche Schule waren, sprachen von Größenwahn: Man könne doch in einer Bergmannsgemeinde kein Gymnasium betreiben. Wer solle dann noch die Arbeiten im Bergwerk tun?" Doch die Skeptiker sollten eines Besseren belehrt werden!
Am 24. April 1962 begann für 39 Schüler/innen im Zeichensaal der Realschule Ratheim der erste Schultag. Der Schulleiter war Herr Studienrat Dr. Stickelmann (Schulleiter von 1962 - 1992). Er unterrichtete fünf Unterrichtsfächer. Drei Lehrpersonen der Realschule und ein Pfarrer deckten die übrigen Unterrichtsfächer ab.
Zu Beginn des zweiten Schuljahres nahm Herr Gieselmann seinen Dienst als zweite hauptamtliche Lehrperson am Gymnasium i. E. (im Entstehen) auf. Die Realschule stellt für die 44 Schülerinnen und Schüler des zweiten Jahrgangs einen weiteren Klassenraum zur Verfügung.
Am 05.09.1969 siedelte das Gymnasium von der Realschule in das alte Rathaus am Markt in Ratheim über.
Der Zustrom zum Gymnasium war so groß, dass bald darauf schon zusätzlich das alte Ratheimer Jugendheim als Unterrichtsstätte genutzt werden musste. Als auch diese Räumlichkeit aus allen Nähten platzte, wurden Pavillons auf dem Schulhof der Volksschule aufgestellt.
Schließlich sah der Rat der Gemeinde ein, dass dies ein unhaltbarer Zustand war.
Ende 1963 wurde ein Architektenwettbewerb zur Errichtung eines Gymnasiums im Zentrum von Hückelhoven ausgeschrieben. An diesem Wettbewerb beteiligten sich 58 Architekturbüros. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro der Eheleute Brigitte und Christoph Parade aus Düsseldorf. Für die Errichtung des Schulgebäudes erhielt das Ehepaar Parade den Kunstpreis für Architektur des Landes NRW.
Am 14. Juni 1969 konnten die Schülerinnen und Schüler in das neue Gebäude einziehen. Am gleichen Tag, an dem der Gemeinde Hückelhoven-Ratheim das Recht verliehen wurde, den Namen "Stadt" zu führen.
Die Gesamtkosten des neuen Schulgebäudes betrugen 6,8 Millionen DM.
Zu dieser Zeit unterrichteten 24 Lehrer/innen 315 Schüler und 167 Schülerinnen in 15 Klassen.
Im Schuljahr 1969/70 wurde dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig ein pädagogischer Zweig angegliedert. Im Schuljahr 1971/72 wurde ein pädagogisch-musischer Zweig für die Oberstufe in Form eines Aufbaugymnasiums hinzugefügt.
Die Erweiterung des Schulkomplexes schritt immer weiter voran. Am 20.04.1967 wurde mit dem Bau der Turnhalle und der angrenzenden Hausmeisterwohnung begonnen.
Am 13.01.1973 wird die Aula des Gymnasiums eingeweiht. Der erste Erweiterungsbau, als Oberstufentrakt gedacht, mit 8 Klassenräumen wird im Schuljahr 81/82 in Betrieb genommen.
Von 1992 bis 2000 leitete Herr Oberstudiendirektor Martin Kremer unsere Schule.
Bereits sehr früh zeigte sich die Stadt Hückelhoven äußerst aufgeschlossen gegenüber neuen pädagogischen Strömungen und wandelte im Schuljahr 1992/93 das Gymnasium in eine Ganztagsschule um.
Da die Schülerinnen und Schüler nicht mehr in den bestehenden Gebäude untergebracht werden konnten, wurde im Schuljahr 1998/99 die Erprobungsstufe im Gebäude der ehemaligen Grundschule an der Martin-Luther-Straße untergebracht. Dieses Gebäude wurde 1928 als achtklassige evangelische Grundschule erbaut und diente nach 1945 für einige Jahre als Kreiskrankenhaus. Danach war dort wieder die Hückelhovener Grundschule untergracht. Die Grundsanierung, bevor unsere Unterstufe das Gebäude beziehen konnte, kostete ca. 850000 Euro.
Von 2000 bis 2010 leitete Herr Oberstudiendirektor Walter Woltery das Gymnasium. Nach seinem Wechsel in die Bezirksregierung übernimmt Frau Sanders-Edel kommissarisch die Funktion der Schulleiterin.
Im Februar 2004 konnte die Oberstufe den neuen Oberstufentrakt, unser so genanntes C-Gebäude, beziehen. Es besteht aus 13 Klassenräumen, zwei Informatikräumen, einem lichtdurchfluteten Forum und entsprechenden Nebenräumen. Auch dieses Gebäude wurde vom Architekturbüro Parade geplant. Mit der Eröffnung des Oberstufengebäudes fand der räumliche Ausbau unserer Schulgebäude einen krönenden Abschluss. Die Schülerinnen und Schüler werden von der Grundschule kommend in dem Erprobungsstufengebäude aufgenommen, wachsen dann in das Mittelstufengebäude und wechseln für die Oberstufe in das neue Oberstufengebäude. Jeder Gebäudeteil hat eine andere Atmosphäre und bietet den Schülerinnen und Schülern in der jeweiligen Entwicklungsphase eine optimale Lernumgebung.
Eine Qualitätssteigerung stellte die Eröffnung des Lernzentrums dar. Am 24.03.2009 wurde in Zusammenarbeit mit der Städt. Bibliothek, dem Förderverein und dem Schulträger im Hauptgebäude ein Lernzentrum eingerichtet, das den Schülerinnen und Schülern Fachbücher, Zeitschriften und Zeitungen, Hörtexte und Literaturverfilmungen sowie 15 PC-Arbeitsplätze mit Internetzugang und Bürosoftware bietet.
"In dem räumlichen Bereich des Gymnasiums fehlt jetzt lediglich noch das Gebäude als Verbindung des Musiksaales zum Rathaus, das später einen größeren Sitzungssaal für den Rat der Stadt aufnehmen soll." (Bürger, J.: Geschichte der Stadt Hückelhoven, Bd. II, 2009, S. 38)
(W. Woltery)