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Rahmenbedingungen

1. Rahmenbedingungen für einen Kunstunterricht in heutiger Zeit

Unsere Kinder und wir leben heute in einer Welt, in der Nutzen, Funktionalität und Verwertbarkeit für den Arbeits- und Produktionsprozess auch in der Bildung wieder von hohem Stellenwert sind. Es ist wieder verstärkt von den ‚wichtigen‘ Kernfächern die Rede, weil hier Grundlagen fehlen, und zugleich ist in der Arbeitswelt immer mehr Expertenwissen gefragt, was eine frühzeitige Spezialisierung erfordert. Auf der anderen Seite sollen die Schüler Kompetenzen in sogenannten Schlüsselqualifikationen wie z.B. selbstverantwortliches Handeln, Planungsfähigkeit, Ideenproduktion und Kreativität, Teamfähigkeit, Sozial- und Methodenkompetenz erwerben.
Auch dieser Kompetenzerwerb ist vorrangig verwertungsorientiert gedacht.
Unsere Kinder und wir leben in einer Medienwelt, die schnell, jederzeit veränderbar, austauschbar, manipulierbar, werbewirksam-beeinflussend auf uns einwirkt, aber auch von jedem mit gestaltet werden kann. Dies birgt auch Gefahren, da durch die Flut und Schnelligkeit der Bilder eine Reflexion zumeist ausbleibt, der unterstellte Wahrheitsgehalt und die Wirklichkeit der Bilder stark auseinanderlaufen und die Koordination der Bilderwelt im Dunkeln bleibt. Manipulation und Manipulierbarkeit stehen einem großen Experimentier-, Gestaltungs- und Kreativitätspotenzial gegenüber.
Die Schnelligkeit der Medienwelt hat zu einem Verlust an Sinnlichkeit und Besinnlichkeit geführt. Wahrnehmungen sind häufig flüchtig und oberflächlich, Bildzusammenhänge werden nicht erkannt, Gestaltungsprinzipien bleiben wahllos und zufällig. Ästhetischer ‚Genuss‘ funktioniert oft nur noch wie Fastfood und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, kann so nicht erkenntnisfördernd oder zur Steigerung der persönlichen Erfüllung werden, sondern ruft nach immer mehr und noch schnellerer Befriedigung. Viele Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihrer Zeit meist allein in virtuellen Welten. Das Spielen miteinander im Freien erscheint vielen fremd und/oder häufig fehlt es an geeigneten ‚Spielplätzen‘.