Arbeitsweisen im Kunstunterricht
3. Arbeitsweisen im Kunstunterricht
In unserem Kunstunterricht hat der Werkstattgedanke große Bedeutung. Größere Projekte, aber auch einzelne gestalterische Arbeitsaufträge sind immer in individueller, subjektiver Verarbeitung. Hier nimmt das Beraten im Kunstunterricht eine zentrale Rolle ein. Stationenlernen, Lerntheke, Lernzirkel sind z.B. zusätzliche individualisierte Arbeitsformen, die mit instruktiven Anteilen einen sukzessiven Lernzuwachs fördern. Die Schüler können so immer mehr an Planung, Ausführung und Beurteilung eines Projektes beteiligt werden. Im Fach Kunst hat das soziale Lernen eine herausgehobene Bedeutung, da in praktischen Arbeitsprozessen gegenseitige Hilfestellung und Beratung notwendig sind. Auch in der gemeinsamen kriteriengeleiteten Einschätzung von Arbeitsergebnissen wird nicht nur inhaltlich gelernt, sondern die Schüler sollen die positive Erfahrung machen, voneinander zu profitieren und lernen, die Produkte der anderen wertzuschätzen.
Das prozesshafte Arbeiten im Kunstunterricht nimmt nicht unbedingt einen linearen gradlinigen Verlauf. Die Schülerinnen und Schüler sollen erfahren, dass bildnerische Denkvorgänge oft über Umwege durch neue Einfälle, Reflektieren, Reagieren oder durch Verwerfen des bisher Erarbeiteten zu einer Formfindung kommen. Hier sind dokumentarische Methoden wie Portfolioarbeit, Skizzenbuch, Sammelmappe, Werkbericht wichtig. Kunst kommt nicht von Können, sondern muss auch erarbeitet werden, daher ist uns die Entwicklung in der Arbeitsphase besonders wichtig. Schöne fertig abgegebene Arbeiten, die nicht im und aus dem Unterricht entstanden sind, können nicht bewertet werden. Präsentationsmethoden zur Ergebnissicherung bis hin zur Ausstellung der Werke nehmen wir im Sinne von ‚Präsent‘, welches gut verpackt und inhaltlich an den Bedürfnissen des Beschenkten orientiert sein soll, wörtlich.